Letzter Beitrag aus Burkina

So,

das wird nun also mein letzter Beitrag aus Burkina sein. Mein Aufenthalt in diesem Land und mit diesen wunderbaren Menschen ist viel zu schnell passiert.

Ich kann aber ehrlich gesagt noch gar nicht wirklich realisieren, dass ich bald nicht mehr früh morgens von den Muslimen geweckt werde, dass ich bald nicht mehr mit den Mädels rumalbern kann, dass mich bald nicht mehr ein kleines braunweißes Wollknäuel verfolgt und mit meinem Rockende spielt, dass ich bald nicht mehr von 27 Kindern auf einmal begrüßt und umarmt werde, dass mich Papa bald nicht mehr mit seinem „Alles-in-Ordnung“-Blick anguckt und mir kein fröhlicher Usiel entgegen läuft.
Dass ich bald nicht mehr von der täglichen Hitze erdrückt aber auch nicht mehr von den lokalen tropischen Früchten essen kann.
Dass ich bald wieder alles verstehe, aber auch jeder mich versteht.
Dass ich bald nicht mehr in eine Kirche gehe, in der man aufsteht, klatscht und tanzt und einen dabei niemand komisch anguckt.
Dass ich bald nicht mehr zu jeder Tageszeit mit den verschiedensten Menschen den üblichen Smalltalk halte, der einen doch irgendwie jedes Mal wieder aufs Neue erfreut, obwohl es immer wieder die gleichen Floskeln sind.
Dass mich bald niemand mehr Tabia, Tabita oder Dorcas nennt, dass mir bald nicht mehr Esel, Ziegen, Schafe und Hühner den Weg abschneiden und dass ich bei Flugezeuggeräuschen nicht nur die Düsen höre, sondern auch viele Kinder, die so lange „Avion, avion, avion, …“ rufen, bis es nicht mehr zu sehen ist.
Dass mich bald nicht mehr die Gerüche und Geräusche von Lafiabougou umgeben und was mir ganz besonders fehlen wird ist das Lachen der Burkinabés. Ob es schüchtern oder offen ist. Ob die Zähne gerade oder schief stehen – gelacht wird sehr viel und jedes Mal erwische ich mich dabei, dass auch ich anfange zu lachen, auch wenn ich in dem Moment rein gar nichts verstanden habe.

Meine Zeit hier war unbeschreiblich. Ich kann sie wirklich nicht in Worte fassen, denn alle Worte würden dafür nicht ausreichen. Ich bin einfach nur jedem dankbar, mit dem ich auch nur ansatzweise Kontakt hatte, denn jeder Kontakt hat mir Burkina näher gebracht.

Natürlich geht mein Dank auch mal wieder ganz stark an euch zuhause und als Spender! Da ihr so fleißig gespendet habt, hatte ich sogar nun noch einiges übrig und habe mich mit Papa zusammengesetzt. Gemeinsam haben wir beschlossen, das Geld einem Freund von Papa zu spenden, dem Pastor in Moussoudougou. Er und seine Frau haben vor eineinhalb Monaten Zwillinge bekommen und seine Frau hat nicht genug Milch für beide Babys. Daher brauchen sie Ersatznahrungsmittel, die für die meisten Familien allerdings alles andere als bezahlbar sind.
Ihr habt es der Familie also ermöglicht, den Kindern eine Zukunft zu geben und dafür bin ich euch unglaublich dankbar!

In der letzten Woche ist nochmal viel passiert. Vieles kann ich euch ja auch bald persönlich erzählen. Ein zwei Dinge möchte ich euch aber noch erzählen.

Ich durfte die Tage beobachten, wie eine Frau mit 2 Kindern auf einem Roller einem Linksabbieger nur knapp ausgewichen ist. Was mich an dieser Situation so fasziniert hat war die Reaktion der Frau. Wer weiß, was hätte passieren können.
Aber so dachte die Frau nicht. Die Frau hat, nachdem sie ihren Roller unter Kontrolle hatte, dem Mann lächelnd einen schönen Abend gewünscht.

Samstag hat Papas Auto den Geist aufgegeben. In letzter Zeit hat es schon öfter den Anschein gemacht, aber nun ist es wohl wirklich an der Zeit für einen neuen Wagen. Nun hat am Sonntag die Kirche wie jedes Mal Spenden eingesammelt – diesmal allerdings für Papa, damit er sich ein neues Auto kaufen kann.
Die Menschen haben teilweise gerade ausreichend Geld für Nahrung, Strom und Wasser und wollen trotzdem dem Pastor ein Auto finanzieren.
Wie Papa natürlich so ist, hat er sich letztendlich großzügig bedankt, wird die Spenden allerdings nicht für ein neues Auto, sondern den Leuten zugute kommen lassen, die es wirklich nötig haben.

Gestern Nachmittag sind einige Freunde zum Verabschieden vorbeigekommen. Hauptsächlich die Leute vom Empfangskommité. Wir haben eine Uhrzeit ausgemacht und alle sind exakt „pünktlich“ eine Stunde später erschienen.
Die Leute nehmen sich einfach Zeit und wenn man sich auf der Straße begegnet, dann plaudert man auch gerne mal eine viertel Stunde länger. Von daher finde ich den Grund für das Zu-Spät-Kommen auf jeden Fall akzeptabel und weiß nun, dass man sich mit Vorbereitungen ruhig Zeit lassen kann, denn jeder fasst gerne mit an.

Bei dem gestrigen Nachmittag haben wir geplaudert, gelacht und Karten gespielt. Ich habe ihnen UNO beigebracht und war total begeistert, wie sehr sie sich über das Spiel gefreut haben.
Als Abschiedsgeschenk habe ich einen traditionellen Stoff zum Umwickeln bekommen.

So,
im Anhang lade ich dann noch ein paar (Gruppen-)Bilder hoch.

Ich danke allen, die meine Blogbeiträg fleißig verfolgt haben!
Ich hoffe, ich konnte euch also mit meinem Blog einen Teil von Burkina präsentieren, auch wenn es wirklich nicht viel war. Das meiste werde ich wahrscheinlich persönlich erzählen. Aber vielleicht wurde eure Reiselaune hiermit etwas angeregt und ihr habt irgendwann die Möglichkeit ähnliche Erfahrungen wie ich machen zu dürfen – ich kann es wirklich nur empfehlen!

Also, seid behütet und gesegnet!

Ich freue mich, auf unser baldiges Wiedersehen.

In Liebe,
eure Tabea

 

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mein Pangabär und ich
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in unserem Nachbardorf Kodéni
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„petit section“ im Kindergarten mit Tanti Judith
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Direktorin des Dorcas Kindergartens in ihrem Büro
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Zwischenmahlzeit für die Kinder, ein paar Bananen und der Liferant
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„moyenne section“ im Kindergarten mit Tanti Marceline
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alle Tantis mit der Direktorin und Köchin des Kindergartens
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…und mit mir (Fotografin: Judith)
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„grande section“
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„grande section“ des Kindergartens mit Tanti Cadi
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„crêche“ des Kindergartens mit Tanti Anto
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mein Projekt, dass ich zum Abschluss mit der 1. Klasse durchgeführt habe
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1. Klasse am Kunstwerk erarbeiten
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1. Klasse mit dem Lehrer und Direktor der Schule
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der Direktor, ich und der Lehrer der 3. Klasse (von links)

1. Klasse mit Lehrer rechts hinten
1. Klasse mit Lehrer rechts hinten

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3. Klasse mit Herzkuchen in der Hand
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mein letzter Sonntag in der Kirche
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das Empfangskommité
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bei uns im Hof fleißig am UNO Spielen
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Lundi, le 4 avril 2016

Meine Lieben,

auch hier habe ich in den Ferien kein Gefühl für das aktuelle Datum, deswegen habe ich auch gestern vollkommen vergessen, euch von meiner Woche zu berichten.
Aber das werde ich heute einfach nachholen:

Grazia ist Dienstag wieder nach Houndé abgereist. Aber die „Sommerferien“ beginnen schon wieder in knapp einem Monat und dauern 3 Monate an. Das ist ziemlich praktisch, denn in den drei Monaten regnet es sehr viel und der Schulweg ist unglaublich ermüdend und matschig.

In der vergangenen Woche haben wir oft Erdnüsse geröstet, geschält und anschließend zu ungesüßter Erdnussbutter verarbeitet, mit der man dann Erdnusssoße kocht, die zusammen mit gegessen wird.

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Im Hintergrund werden die Erdnüsse noch von Lidy und Safi geröstet und im Vordergrund (Clarisse auf dem Stuhl) von uns geschält.
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Nach dem schälen werden die Erdnüsse durchgeschüttelt und die übrig gebliebene Schale wird vom Wind weg gepustet. Das Mädchen links neben Clarisse auf dem Boden sammelt die daneben gefallenen Erdnüsse ein. Das hat mir nochmal ganz stark die Armut mancher Menschen in unserem direkten Umfeld gezeigt.
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Das hier ist zwar eine Mühle für Maismehl, aber so ähnlich sieht die Mühle für Erdnüsse auch aus, nur eben etwas brauner.

Außerdem war ich einige Male mit Clarisse auf dem Petit Marché und kehrte niemals ohne Einkaufstüte zurück.

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Petit Marché

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Daher werde ich mir hier auch noch das Ein oder Andere schneidern lassen.

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Bei unserem Ausflug zum Petit Marché habe ich doch sogar tatsächlich mein erstes Schwimmbad hier in Burkina gesehen. Aber drin geschwommen sind wir trotz der Hitze leider nicht.

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Donnerstag habe ich Tanti Celine beim Zubereiten des Essens für die Dorcas Mädchen geholfen. Es gab RizGras. Das ist Reis mit Tomaten, Zwiebeln und ordentlich Maggi. Denn Maggi darf bei einem guten burkinischen Essen niemals fehlen!

Tanti Celine
Tanti Celine
- mit dem Riesentopf Reis und der Riesenkelle.
– mit dem Riesentopf Reis und der Riesenkelle.

Der wöchentliche Speiseplan für die Dorcasmädchen, die im Centre wohnen, sieht so aus:
Montags: RizGras; Dienstags: ; Mittwochs: Couscous mit Bohnen; Donnerstags: RizGras; Freitags: ; Samstags: RizGras; Sonntags: Couscous mit Bohnen.
Abends gibt es immer , dann, und am Wochenende, kochen die Mädels ohne Tanti.
So ein Sack Reis kostet 20 000 CFA. Zwei Sack Reis reichen für eine Woche aus, dabei wird Reis nur 3 mal die Woche gegessen. Da kann man sich so etwa vorstellen, wie viel Geld monatlich alleine für Verpflegung gebraucht wird.

Samstag hat Papa mich mit zu einem seiner Lieblingsplätze genommen. Er sagt, als Kind wäre er zu diesen Plätzen anfangs zu Fuß, später mit Fahrrad, dann mit Roller und schließlich mit Auto hingekommen, um sich mit Freunden zu treffen und im Fluss zu baden. Das Flusswasser ist übrigens auch dasselbe, dass wir hier zum Duschen benutzen. Also konnte auch ich ohne Probleme (und mit Klamotten) eine Abkühlung genießen.

Erst waren wir in einer Art Park, allerdings mit Restaurant. Dieser heißt La Guinetta – für alle, die mal nach Bobo kommen. Ich glaube, ich kann euch gar nicht beschreiben, wie schön es in Wirklichkeit war, aber einen Versuch ist es allemal wert!

Als wir angekommen sind, hatte die Umgebung in meinen Augen etwas von einer belebten Gartenausstellung mit einem Restaurant im Zentrum. Auf dem Gelände waren Sitzgruppen verteilt. Die Leute bringen sich entweder selbst zubereitetes Essen und Getränke mit, oder bestellen im Restaurant.

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Das Gelände ist mit vielen Bäumen, Stäuchern und Bambus bewachsen, sodass man seinen Aufenthalt im Schatten genießen kann. Durch den Garten verläuft ein Fluss, in dem sich die Gäste auch während ihres Aufenthaltes abkühlen können.

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Dort haben wir uns also in der Nähe des Flusses und im Schatten niedergelassen und haben beim Personal bestellt. Wenn man drauf achtet, hört man am Wasser ganz andere Geräusche als bei uns in der Stadt. Aber auch die Gerüche sind verschieden. Andere Tiere, andere Pflanzen, andere Essenszubereitung. Aber im Großen und Ganzen doch wie zuhause.

Da Maman momentan Probleme mit ihrem Magen hat, haben wir zum Ende hin die Gärtner um Bambusblätter gebeten. Diese hat Clarisse nun mit Wasser gekocht und sollen gegen Bauchbeschwerden helfen.

Später haben wir einen Wald besucht. Papa sagt, es gibt nirgends sonst auf der ganzen Welt einen Wald der diesem gleicht. Es war unglaublich interessant! Allerdings kommen immer weniger Besucher, da man wegen der wachsenden Touristenanzahl nun (zwar nicht viel aber immerhin) Eintritt verlangt.

Vor dem Wald kann man ein traditionelles Haus aus verarbeiteter Erde besichtigen.

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Unten schlafen und kochen die Frauen mit den Kindern. Oben schläft der Mann. Er hat dort sein eigenes kleines Reich und seine Terrasse, auf dieser er sich mit seinen Freunden amüsiert.

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Je tiefer man in den (Ur)Wald geht, desto klarer und sauberer wird die Luft. Zwischendurch geht man über Hängebrücken, denn auch hier führt der Fluss entlang. Ich habe noch niemals zuvor, solche großen Bäume und so lange Lianen gesehen, geschweige denn so einen natürlich sauberen Geruch gerochen. In dem Wald leben auch jede Menge Affen, doch haben wir keinen einzigen zu Gesicht bekommen, da sie sich gut verstecken, seit die Menschen angefangen haben, auf die Affen zu schießen um sie anschließend zu essen.

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Im Hintergrund einer der Hängebrücken.

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Für dieses Bild ist Papa extra mit Hose ins Wasser gegangen (ok, ich danach auch – es war herrlich!).
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Papa und ich im Wasser.

Ich bin also gespannt, was mich die nächsten Tage noch so erwartet. Papa nimmt mich eventuell zu den Ein oder Anderen seiner Projekte mit.

Ich wünsche allen einen guten Start im Kindergarten, der Schule, der Uni und bei der Arbeit!

Seid behütet und gesegnet!

Eure Tabea

Ostern in Lafiabougou

Frohe Ostern, ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr hattet ein angenehmes Osterfest, an das ihr euch gerne zurück erinnert und das so verlaufen ist, wie ihr es auch gewünscht habt.
In Burkina feiert man Ostern, wie sich wahrscheinlich schon viele gedacht haben, nicht mit Osterhasen, Ostereiern und viel Schokolade (die bei den momentanen Temperaturen sowieso viel zu schnell schmelzen würde), sondern lässt den Ostertag viel mehr Ostertag sein.

Mein Ostertag sah daher wie folgt aus:
Ich bin morgens recht früh aus dem Haus, da ich ja, wie ihr wisst, im Empfangskommité in der Kirche mitarbeite. Die Mitglieder haben Samstagabend bei den üblichen Vorbereitungen ein „Assembles de Dieu“-Shirt bekommen, das wir dann auch alle Sonntagmorgen stolz in der Kirche getragen haben.

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Das sind unsere T-Shirts. Meine Haare hat übrigens Safi geflochten. (Ruth, Tabea – ganz schwer zu unterscheiden, Michel, Larissa v.l.)
Papas Predigt handelte natürlich von der Ostergeschichte, die er aber wirklich beeindruckend als beinah ein-Mann-Theaterstück vortrug (ja, der Job als Predigttranslateur ist nicht immer einfach).

In der Kirche wurde außerdem viel getanzt, gesungen und geklatscht. Um halb 12 haben wir dann alle gut gelaunt die Kirche verlassen. Eigentlich hatte ich mir die Besucheranzahl etwas ausfallender vorgestellt. Aber weshalb die Kirche am Ostermorgen so spärlich besetzt war, hat einen ganz simplen Grund: denn wer Ostern mit einem Festmahl zelebrieren möchte, muss sich dafür natürlich auch die Zeit nehmen. Für die Jüngsten in der Familie heißt das (insofern die Familie keine Hausmädchen versorgt), dass sie der Mutter bei den Vorbereitungen unter die Arme greifen.

Als ich also am Sonntag nach der Kirche nach Hause kam, waren die Mädels schon eifrig am kochen. Es gab frittierte Kartoffeln mit gekochtem Gemüse und einer Soße, die ich euch leider gar nicht richtig beschreiben kann. Ich kann nur soviel dazu sagen, dass sie unheimlich gut roch und grün war. Leider habe ich im Geruchsparadies die Idee eines Fotos total verdrängt.

Nachdem man das gute Essen genießen durfte, war es dann an der Zeit sich auszuruhen. Zwischendurch klopften Kinder immer wieder an das Eingangstor und baten um Geld. Denn an solch großen Festen, sind die Leute besonders spendabel.

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Safi und ich am Chillen
Im Hintergrund hört man den Tag über stets Getrommel. Folgt man diesem, kommt man schließlich meist zu einer Menschenmenge, die zu afrikanischer Musik tanzen oder sich einfach mit einem Stuhl dazugesetzt haben, den Leuten beim Tanzen zugucken oder sich unterhalten. Die Atmosphäre ist sehr angenehm – alle sind glücklich und entspannt.

Abends geht man meist mit Familie oder Freunden in ein Restaurant oder trifft sich zum „Thé“ trinken. Also im Großen und Ganzen: das Osterfest wird locker aber ordentlich gefeiert!

Allerdings gibt es auch Nachrichten, die eher weniger erfreulich sind. Denn der Anschlag in Ouaga Mitte Januar hat bei den Burkinabés doch tiefe Spuren hinterlassen. Und durch den aktuellen Anschlag in Nigeria ist es nicht unbedingt besser geworden. Viele Leute trauen sich daher nicht wirklich auszugehen. Momentan findet in der Stadt auch ein Maskenfest statt. Wieso genau und was dabei gefeiert wird, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Aber es scheint dieses Jahr auch eher ruhig verlaufen zu sein.

Für mich insbesondere bedeutet der Terror keine großen Unternehmungen.
Daher bin ich momentan viel am Rumgammeln. Ich würde liebend gerne mehr von Burkina sehen, aber Papa hat seine Gründe, weshalb er mich nicht gerne „ausfliegen“ lässt – die ich auch durchaus verstehe und weshalb ich auch eigentlich froh bin, dass er sich so um mich sorgt.

Falls sich die Situation Vorort allerdings nicht großartig bessert, werden wahrscheinlich bald nicht mehr groß Freiwillige kommen.

Ich versuche auf jeden Fall morgen mit nach Houndé zu fahren, um Grazia dort wieder zur Schule zu bringen, die die Ostertage hier zuhause genossen hat.

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Grazia und ich
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Mit Grazia habe ich übrigens auch einen Abend Pfannkuchen gebraten.

Also dank Papa müsst ihr euch wirklich keine Sorgen um mich machen, denn ich bin in besten Händen!

Ganz liebe Ostergrüße und falls ihr noch Urlaub habt: genießt es!
Eure Tabea

Dimanche, le 20 mars 2016

Bonjour mes amis!

Heute bleibt mit noch genau ein Viertel meines gesamten Aufenthaltes in Burkina. Natürlich freue ich mich auf zuhause und ganz besonders auf die Leute, dich ich vermisse. Aber die Zeit hier vergeht so rasend schnell und ich meine viel zu wenig gesehen zu haben. Ich habe so viel kennen gelernt; liebenswerte Menschen, ein neues Land und vor allem eine andere Kultur, ein Leben, dass so ganz weit weg vom Luxus ist und Erfahrungen, die mich hoffentlich mein Leben lang begleiten.
Ich wünsche mir sehr, dass dies nicht mein einziger Aufenthalt in Burkina bleibt. Aber so günstig das Leben hier auch sein mag, die Reise ist es nicht.
Aber ich will eigentlich gar nicht weiter an die Zukunft denken, sondern das Hier und Jetzt genießen.

In der vergangenen Woche war ich das erste mal mit Clarisse auf einem zwar nicht sehr großen, aber richtigen Markt und habe mir Stoffe gekauft. Davon hat Julien mir dann 2 Röcke und ein Oberteil geschneidert.

Clarisse et moi
Clarisse und ich frech unterm Mangobaum

Am Anfang der Woche ist unsere Hündin Pipou gestorben. Sie war schon ziemlich krank und wurde letztendlich von ihren Schmerzen erlöst (was allerdings etwas natürlicher als in Deutschland verläuft). Leider sind seither auch beinah alle Welpen gestorben, außer einer. Tupac (c wird als scharfes s ausgesprochen und bedeutet Krieger) wird nun die Aufgabe eines Wachhundes einnehmen müssen.

In der Mittagshitze braucht aber auch er eine Pause.
In der Mittagshitze braucht aber auch er eine Pause.

Heute morgen habe ich auf meinem Hinweg ein schönes Bild von dem Himmel und unserer Kirche gemacht. Das wollte ich euch noch zeigen

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Für die Kinder sind ab Mittwoch Nachmittag dann auch endlich 10 Tage Ferien. Aber nicht nur die Kinder, sondern auch ich brauche ein paar Tage Pause. Ich weiß jetzt auf jeden Fall die Aufgaben der Lehrer und deren Beruf zu schätzen und richte damit an alle, die tagtäglich Kinder und Jugendliche unterrichten, meinen größten Respekt aus!

Ich denke, in den Ferien habe ich dann mehr Zeit für Tagesausflüge und hoffe, dass ich noch personal Security finde.

Ganz liebe Grüße an euch und angenehme „Vorostertage“!
Tabea

Dimanche, le 13 mars 2016

Meine Lieben,

Nun bin ich fast wieder im gewohnten Blog-Rhythmus. Die Woche ist viel passiert und ich hoffe, dass ich euch daran so gut es geht teilhaben lassen kann. In der Zeit sind viele Videos entstanden, die ich leider nicht in meinem WordPressdokument hochladen kann, die aber wahrscheinlich viel interessanter und ausdrucksstärker sind als die Fotos.

Samstag, 5. März:
Samstags besuche ich immer die erste Klasse. Die Kinder sind total motiviert und können sich vor Aufregung meist gar nicht auf ihren Plätzen halten. Es freut mich sehr, dass sie sich so über meine Anwesenheit freuen, auch wenn ich nach dem Unterricht in der Klasse oft etwas erschöpft und mit Heiserkeit nach Hause komme.
Die Stunde an diesem Samstag hat echt katastrophal angefangen. Ich habe mir vorgenommen, mit den Kindern die Wochentage auf englisch zu lernen. Bei den Kindern gibt es dann häufig auch mal 3 Dienstage und nur 6 Wochentage. Es ist aber auch wirklich schwer, wenn jeder Tag irgendwie gleich klingt und wir haben ja alle mal irgendwann klein angefangen. Trotzdem war ich eigentlich kurz vorm abbrechen, als die Kinder plötzlich zu tanzen und klatschen angefangen haben und so hat sich dann einfach ein französisch-englisches-Wochenlied ergeben, bei dem alle mitgemacht haben und Spaß hatten. Ich habe mich über diesen Fortschritt echt riesig gefreut!

Montag, 7. März:
In ganz Burkina schrieben die Schulkinder diese Woche Klausuren. Das sieht eigentlich nicht groß anders aus als in Deutschland. Aber es war trotzdem interessant, den Kindern und Lehrern dabei über die Schulter gucken zu dürfen.

Dienstag, 8. März:
Es ist nationaler Weltfrauentag gewesen. Schon morgens um 5 Uhr hat man die Frauen auf der Straße singen gehört. An diesem Tag war weder Schule, noch Kindergarten, noch wurde gearbeitet. Dafür wurde ein riesengroßes Fest in der Kirche mit anschließendem Mittagessen gefeiert. Leider wurde das Ganze nur auf Dyula und Mooré gehalten. Aber gleichzeitig wurde in den Klassenräumen auch Popcorn für die Kinder vorbereitet, das am Donnerstag bei dem Ausflug nach Tapokodéni verteilt wurde.
(Legt man das noch nicht gepoppte Popcorn übrigens vorher in Wasser, werden die Körner größer.)
Um ca. 14 Uhr sind dann die lang ersehnten Engländer mit 8 Personen angekommen.

Donnerstag, 10. März:
Donnerstags haben die Kinder keine Schule. Dafür hat der Kinderchor diesen Donnerstag einen Ausflug nach Tapokodéni gemacht, denn Maman und Papa haben auch dort eine Kirche aufgebaut, die zu den „Assembles de Dieu“ gehört. Anfangs hatten wir zwar ein Problem mit der Batterie und sind deswegen die etwa einstündige Fahrt 2 Stunden später als geplant angetreten, aber auch trotz dem Platzmangel (ca. 200 Kinder in einem Bus mit 55 Sitzplätzen) hatte keiner schlechte Laune.

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Wir waren alle froh, dass keiner zuhause bleiben musste.
Wir waren alle froh, dass keiner zuhause bleiben musste.

In Tapokodéni angekommen waren es dann etwa 500 Kinder. Zu Beginn haben wir dann erst einmal mit den Kindern körperlich aktive Spiele gespielt. Dann wurde getanzt und gesungen und schließlich wurde noch die Ostergeschichte erzählt. Am Ende bekam jedes Kind eine Popcorntüte.

Anfangs im großen Kreis "Aufwärmübungen"
Anfangs im großen Kreis „Aufwärmübungen“
Später dann in kleineren Gruppen.
Später dann in kleineren Gruppen.
Alle-Mann-drauf-Foto
Alle-Mann-drauf-Foto

Freitag, 11. März:
Das, was für die Kinder am Donnerstag organisiert wurde, war am Freitag für die Erwachsenen. Da bin ich jedoch nicht mit hingefahren, da ich in der Schule unterrichtet habe. Daher ist der Freitag eigentlich ziemlich normal verlaufen.

Samstag, 12. März:
Eine „Assemble de Dieu“-Gemeinde in Moussoudougou hat ihre Einweihung gefeiert und dazu wurde unsere Gemeinde eingeladen. Auf der 2,5 stündigen Fahrt dorthin konnte man unglaublich viel von Burkina und seinen Leuten sehen. Die kleinen Dörfer, an denen man in regelmäßigen Abständen vorbeigefahren ist, waren total schön anzusehen! Aber so schön es auch aussehen mag, das Leben dort ist es ganz sicherlich nicht. Denn einige Dörfer haben keinen Brunnen und um Wasser zum Trinken, Kochen und Bewässern zu bekommen, müssen die Dorfbewohner oft 10 Kilometer laufen und den weiten Weg dann natürlich auch mit befüllten Krügen wieder zurück.
Ich habe mir also ganz fest vorgenommen, mich nie wieder wegen Wasser- oder Stromausfall zu beschweren, weil ich weiß, dass es irgendwann auch wieder kommt.

An einem Brunnen ist immer jede Menge los.
An einem Brunnen ist immer jede Menge los.

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Auf der Fahrt nach Moussoudougou haben wir eine Pause in einem Dorf eingelegt, wo eine "Assembles de Dieu"-Kirche gebaut werden soll.
Auf der Fahrt nach Moussoudougou haben wir eine Pause in einem Dorf eingelegt, wo eine „Assembles de Dieu“-Kirche gebaut werden soll.
Tritt man eine große Reise an, muss alles mit, was geht.
Tritt man eine große Reise an, muss alles mit, was geht.
Im Hintergrund die Kirche in Moussoudougou, im Vordergrund eine Gruppe, die afrikanische Musik spielten und Frauen, die dazu tanzten. Man nennt diesen Tanz "Bellafora".
Im Hintergrund die Kirche in Moussoudougou, im Vordergrund eine Gruppe, die afrikanische Musik spielten und Frauen, die dazu im Kreis tanzten. Man nennt diesen Tanz „Bellafora“.

In Moussoudougou gab es dann einen Gottesdienst. Die Predigt wurde von dem englischen angereisten Pfarrer gehalten und von Papa ins Französische übersetzt.

Die Kirche wurde von innen mit Luftballons und Partydekoration geschmückt.
Die Kirche wurde von innen mit Luftballons und Partydekoration geschmückt.

Nachdem im Gottesdienst gesungen, gebetet und getanzt wurde, gab es für alle Reis mit Fisch. Man setzte sich in kleine Gruppen und bekam eine große Schale befüllt in die Mitte des Kreises. Aus dieser aß man dann mit der Hand den Reis und den Fisch. Es ist ehrlich gar nicht so einfach den Reis in einer Hand zu formen und dann, ohne die Hälfte zu verlieren, zu essen. Aber geschmeckt hat es wirklich köstlich!

Sonntag, 13. März:
In der Kirche heute wurden 24 Leute getauft. Hauptsächlich Dorcasmädchen. Es war total interessant, das erleben zu dürfen, weil dafür der Bühnenboden geöffnet wurde und die getauften Leute wirklich einmal komplett ins Wasser getaucht wurden. Es wurde viel getanzt, gesungen und vor allem gelacht. Ich habe noch nie so emotionale und fröhliche Taufen erlebt.

Das war so das gröbste, was ich diese Woche erleben durfte. Aber das ist lange nicht alles. Vieles habe ich bewusst, einiges aber auch unbewusst weg gelassen.

Heute reisen die Engländer wieder ab und nach dieser Woche sind dann erst einmal Ferien. Ich bin gespannt auf die kommende Zeit!

Euch einen guten und behüteten Start in die Woche!

Seid gesegnet!
Eure Tabea

Jeudi, le 3 mars 2016

Bonjour!

Es tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe und dass ich meinen Blogeintrag um fast eine Woche hinausgezögert habe. Aber dafür gibt es diesmal endlich wieder was Neues, denn am Dienstag war ich mit Clarisse und Usiel in einem kleinen Dorf namens Kodéni. Eigentlich wollte ich heute mit Clarisse auf den Grand Marché, aber das ist zu zweit und mit einem gleichaltrigen Mädchen wie mir, die sich dort etwa genauso gut auskennt wie ich, doch etwas zu gefährlich und ich bin dankbar, dass es Papa so wichtig ist, mich in Sicherheit zu wissen.

Ich vergesse oft, dass es hier, besonders für mich, nicht so sicher ist wie in Deutschland. Eigentlich ist das ein gutes Zeichen, da ich mich hier wirklich sicher fühle. Aber trotzdem sollte man vorsichtig sein und den Wölfen nicht ins offene Maul rennen.

Eigentlich wollte ich ja ursprünglich ohne Kamera mit Clarisse in Kodéni Baoba (das ist ein Baum, von dem man oft die Blätter zum Kochen verwendet) und Erdnusspulver (für Erdnusssoße) kaufen. Clarisse war es, die mich dann aber, Gott sei Dank, daran erinnert hat, dass es eine gute Idee wäre, eine Kamera mitzunehmen. Also dürft ihr, Dank ihr, teil an diesem so wunderschönen, interessanten und für mich auch spannenden Ausflug haben.

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Der hochgewachsene Baum ziemlich in der Mitte des Bildes ist der Baobabaum (mit Blättern).
Der hochgewachsene Baum, ziemlich in der Mitte des Bildes, ist der Baobabaum (mit Blättern).
In dem Dorf wurde ich genauso freundlich empfangen, wie ich es schon von meiner Familie, Freunden und Verwandten gewohnt bin. Die Kinder riefen mir genauso „Towabu“ hinterher wie zuhause und die Tiere liefen auch hier frei durch’s Dörfchen, wie ich es schon kannte. Aber trotzdem war es für mich ein Einblick in eine etwas andere Welt. Vielleicht lag es hauptsächlich daran, dass die Häuser anders konstruiert werden, man Wand an Wand lebt und man einen direkten Einblick in das Wohnen und Leben seiner Nachbarn hat. Eventuell aber auch, weil es einfach so unglaublich schön grün ist mit Plantagen, die per Hand gepflegt werden und wo man ganz andere Tiergeräusche wahr nimmt.

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Papayabaum
Papayabaum
Auberginenstrauch
Auberginenstrauch
Für die blaue Tüte, die beinah voll ist, hat Clarisse etwa 150 CFA bezahlt. Das sind umgerechnet etwa 22ct. Für den zeitlichen und kraftvollen Aufwand ist das wirklich nicht besonders viel.
Für die blaue Tüte, die beinah voll ist, hat Clarisse etwa 150 CFA bezahlt. Das sind umgerechnet etwa 22 ct. Für den zeitlichen und kraftvollen Aufwand ist der Lohn wirklich nicht besonders groß.
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Hier gibt es auch einen Fluss. Außerhalb der Trockenzeit leben hier auch Krokodile. Wenn die Frauen und Mädchen dann zum Wäsche Waschen ans Ufer kommen, singen sie laut Lieder, weil laute Geräusche Krokodile abschrecken.
Es war unglaublich schön! Trotzdem habe ich mich etwas erschrocken, wie einfach manche Menschen leben müssen und wie viele überflüssige Dinge wir doch eigentlich haben. Ich habe außerdem eine Frau kennen gelernt, die mich unglaublich herzlich empfangen hat und bei der ich sofort ein heimatliches Gefühl hatte, obwohl ich kein Dyula spreche und sie kein Französisch. Ich wurde schon oft um Geld gebeten und wenn nicht um Geld, dann doch bitte um ein iPad oder Computer. Aber diese Frau hat weder um das eine noch um das andere gebeten, sondern lediglich darum, dass ich für sie bete, da sie schwer krank ist.

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Die so liebenswerte Mamman mit einem 2 Monate „alten“ Jungen auf dem Arm.
Aber auch zuhause werden mir immer öfter solche Geschichten erzählt. Beispielsweise von einer Frau, die von ihrem Mann geschieden ist. In Afrika bleiben die Kinder dann bei ihrem Vater und wenn dieser ihnen den Kontakt zu der Mutter verbietet, dann muss die Frau das so hinnehmen. Sie hat sich also hier eine Arbeit gesucht um Geld zu sparen und um dann bald ihren Kindern eine Reise zu sich ermöglichen zu können. Aber sie sagt, dass sie jeden Abend telefonieren.

Nicht selten sieht man die Kinder mit Reifen spielen. Sie stupsen die Reifen dann mit der Hand oder Gegenständen an und laufen hinterher. Es scheint auf jeden Fall lustig zu sein.
Nicht selten sieht man die Kinder mit Reifen spielen. Sie stupsen die Reifen dann mit der Hand oder Gegenständen an und laufen hinterher. Es scheint auf jeden Fall lustig zu sein.
Abends haben meine Füße immer, je nach Schuhwerk, einen Abdruck.
Abends haben meine Füße immer, je nach Schuhwerk, einen Abdruck.
Endlich habe ich mal daran gedacht, bei meinem täglichen Besuch in einer Boutique, ein Foto zu machen.
Endlich habe ich mal daran gedacht, bei meinem täglichen Besuch in einer Boutique, ein Foto zu machen – sehr fotogene Menschen hier!
Gezuckerter Joghurt "Adams Yaourt" ist hier sehr beliebt und wird auch gerne mit Couscous gegessen. Das nennt man dann "yaourt arabique".
Gezuckerter Joghurt „Adams Yaourt“ ist hier sehr beliebt und wird auch gerne mit Couscous gegessen. Das nennt man dann „yaourt arabique“.
Einige Frauen haben bemalte Füße. Ich persönlich finde das total schön und wollte mir das auch machen. Als mir dann aber gesagt wurde, dass das in der Kirche nicht gerne gesehen wird, weil das den heiligen Geist provozieren soll, habe ich mich doch schweren Herzens dagegen entschieden.
Einige Frauen haben bemalte Füße. Ich persönlich finde das total schön und wollte mir das auch machen. Als mir dann aber gesagt wurde, dass das in der Kirche nicht gerne gesehen wird, weil das den heiligen Geist provozieren soll, habe ich mich doch schweren Herzens dagegen entschieden.
So, ich hoffe nun also, dass ich mit diesem Beitrag erstmal wieder das aufgeholt habe, was ich in letzter Zeit versäumt habe. Ich hoffe, ihr genießt schon die ein oder anderen Frühlingssonnenstrahlen und seid die Schnupfennase soweit losgeworden.

Ganz liebe & herzliche Grüße!
Seid gesegnet!
Eure Tabea

P.S.: Dank eurer zahlreichen Spenden sind meine Kosten für den Aufenthalt in Burkina schon komplett abgedeckt und sogar noch einiges an Budget übrig. Mit Papa zusammen überlege ich nun, wo wir das am Besten einsetzen – gebraucht wird es überall. Ein ganz großes und herzliches Dankeschön an euch also nochmal für euer Herz für Afrika und eure Spendabilität!

Lundi, le 23 février 2016

Ihr Lieben!

Nun also ist die Zeit gekommen, dass selbst die Einheimischen die Ventilatoren und Klimaanlagen anschalten. Sie cremen sich auch mit weißer Farbe ein (zumindest viele Kinder im Nacken), weil die dunkle Haut in der Sonne ganz schön heiß wird. Was würde ich also momentan für einen kühlen Regen geben! Aber ich bin ja nicht extra nach Burkina geflogen, um mich hier berieseln zu lassen! Und außerdem habe ich mir vorgenommen, mich wenig bis gar nicht zu beklagen – gerade was Klima, Land, Leute und Kultur angeht!
Allerdings gab’s auch hier in der letzten Woche Regen. Das ist nun für die Jahreszeit eher ungewöhnlich und besonders schlecht für die Baumwolle, aber auch für andere Pflanzen, Früchte und Sträucher.
Die Pflanzen sind es gewohnt, dass es normalerweise ausschließlich von Juli bis September regnet und haben einen großartigen Wasserspeicher. Daher ist es aber auch so gut wie unmöglich Holz zum Brennen zu bringen. Ausschließlich langfristig gelagerte dünne Äste und Stöcker können zum Kochen und Verbrennen verwendet werden. Meistens fackelt man die Kohle aber mit Plastik an.

In der letzten Zeit haben Mama und Clarisse viel Seife angefertigt, die von den Dorcas und an die Dorcas verkauft werden. Außer Seife wird aber auch selbstgemachtes Fruchteis verkauft, was zur Zeit besonders beliebt ist.

Nun bin ich also endlich soweit, dass ich nicht mehr vom Französischen ins Englische switche, sondern eher vom Englischen ins Französische. Das tut auch meinen Beziehungen zu Mama und Papa, meinen Gastgeschwistern, meinen Kollegen und den Jugendlichen gut, sodass ich auch einige mehr oder weniger ernstgemeinte Anträge zur festen Beziehung oder gleich Heirat bekomme. Aber da eine Hochzeit und alles was da so zugehört nicht mal gerade so in 2 Monaten erledigt ist, funktioniert das leider nicht.

Ich habe mal nachgeforscht, wie lange eine Boutique hier so im Regelfall geöffnet hat und habe herausgefunden, dass die Besitzer oft von 5.00 Uhr früh bis 23.00 Uhr spät (Montags bis Sonntags) in ihrem Lädchen hocken – und wir beschweren uns, dass die Arbeitskräfte vom WEZ Donnerstags bis 22.00 Uhr arbeiten.

Die Papayazeit ist nun leider vorbei, dafür aber beginnt die Mangozeit. Was ich damit so preparieren werde, muss ich mir noch überlegen, aber eigentlich schmeckt die auch so ziemlich bombastisch!

Meine Aktivitäten und Aufgaben haben sich soweit nicht verändert, worüber ich aber auch ziemlich froh bin, denn jetzt fange ich endlich an, die Leute richtig kennen zu lernen, die mich so umgeben.

Diesmal kommen die Bilder mal ganz zum Schluss, weil sie leider total zusammenhangslos zum Text sind.

Ganz besonders lieben und herzlichen Dank an die fleißigen Spender von Papas Geburtstag! (Und natürlich am meisten an dich, Papa, dass du dafür auf sämtliche Geschenke verzichtet hast!) Ich bin so dankbar, dass es euch gibt und ihr dieses Projekt so tatkräftig unterstützt. Denn ich kann mich wirklich nur wiederholen und sagen: ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen besseren Einsatz für eure Wohltaten gibt!

Soyez béni!

Eure Tabea

mit meiner kleinen afrikanischen Schwester
mit meiner kleinen afrikanischen Schwester

 

ebenfalls mit ihr beim Haareflechten
ebenfalls mit ihr beim Haareflechten

 

Auf meinem Weg zum Kindergarten habe ich dann endlich mal mein erstes Bild von Eseln gemacht.
Auf meinem Weg zum Kindergarten habe ich dann endlich mal mein erstes Bild von Eseln hinbekommen.

 

Leider ist mir eine von meinen wertvollen Toilettenpapierrollen ins Klo gefallen...
Leider ist mir eine von meinen wertvollen Toilettenpapierrollen ins Klo gefallen…